Auf Konferenzen und Tagungen kommen unterschiedlichste Personen zusammen. Diese Vielfalt ist auch für unsere "Zukunft(s)gestalten" Konferenz eine große Bereicherung. Damit unsere Studiengangskonferenz für alle ein schönes Erlebnis wird, sich möglichst niemand unwohl fühlt und sich alle gut beteiligen können, wünschen wir uns einen bewussten und sensiblen Umgang miteinander. Sexistische, rassistische, antisemitische, ableistische, queer- und trans*feindliche oder klassistische Verhaltensweisen und jede andere Form von Diskriminierung dulden wir nicht. Außerdem haben rechte/rechtsextreme Symbole oder Aussagen sowie verschwörungsideologische Inhalte bei uns keinen Platz.
Auf unserer Konferenz legen wir großen Wert auf einen respektvollen und achtsamen Umgang miteinander. Der Begriff "Awareness" beschreibt genau dieses Prinzip. Es geht darum, einander zu unterstützen und einen Raum zu schaffen, in dem sich alle möglichst sicher und wohl fühlen können. Aus diesem Grund werden Übergriffe oder diskriminierendes Verhalten bei uns nicht toleriert. Es wird auf der gesamten Konferenz ein erkennbares Awarenessteam geben. Dennoch sollte Awareness-Arbeit von uns allen zwischenmenschlich kollektiv geleistet werden und nicht ausschließlich von Menschen, die Awareness-Schichten übernehmen.
Diskriminierung bezeichnet die Benachteiligung oder Herabwürdigung von Gruppen oder einzelnen Personen nach bestimmten Wertvorstellungen. Diskriminierung ist ein vielschichtiges soziales Phänomen, das auf einer Verwendung von vermeintlich eindeutigen und trennscharfen Unterscheidungen von Menschen, damit verbundenen Vorurteilen und Ungleichbehandlung basiert. Es geht um die unfaire oder ungerechte Behandlung von Personen oder Gruppen aufgrund bestimmter Merkmale wie race, Geschlecht, Religion, Nationalität, sozialem Status, Alter, Sexualität oder anderen „Eigenschaften". Diese Einteilung in diskriminierende Merkmale ist nicht naturgegeben, sondern Ergebnis von historisch gewachsenen und bestehenden Machtverhältnissen. Diskriminierung ist deshalb nicht auf individuelle Einstellungen und Verhalten zu reduzieren, sondern Teil unserer gesellschaftlichen Struktur und sozialen Praktiken.
Diskriminierung kann verschiedene Formen annehmen, von direkter Diskriminierung, die klar von den Betroffenen wahrgenommen wird, bis zu subtileren, schwerer erkennbaren und bekämpfbaren Formen. Ein Beispiel für direkte Diskriminierung wäre, wenn eine Person aufgrund ihrer nationalen Herkunft nicht eingestellt oder der Zutritt zu einem Lokal aufgrund ihrer Hautfarbe verwehrt wird. Indirekte Diskriminierung tritt auf, wenn neutral formulierte Regelungen bestimmte Gruppen regelmäßig benachteiligen.
Dabei besteht die Gefahr von mehrfachen Diskriminierungen, bei der durch das Zusammenwirken verschiedener Diskriminierungsformen (race-class-gender) von Intersektionalität gesprochen wird.
Awareness im Kontext von Diskriminierung beinhaltet ein tiefes Verständnis von Machtverhältnissen, Vorurteilen und deren Auswirkungen sowie der Reflektion von eigenen Privilegien. Das Ziel ist, Menschen, die Verletzungen erleben, zu unterstützen. Ein bewusster Umgang mit Vielfalt fördert eine inklusivere Gesellschaft und ermöglicht es Menschen, aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen.
Um eine möglichst barriere- und diskriminierungsfreie Konferenz zu gewährleisten, haben wir als Veranstalter*innen die folgenden Maßnahmen ergriffen. Dabei ist es uns wichtig, dass auch ihr aktiv mithelft – weitere Informationen dazu findet ihr unter „Wie wir auf der Konferenz miteinander umgehen wollen". Leider konnten wir nicht alle Barrieren beseitigen und sind daher jederzeit für Feedback dankbar, um auch während der Konferenz unser Awarenesskonzept anpassen und verbessern zu können.
Unsere Konferenz findet vorrangig in der Aula auf dem Museumsberg in Flensburg Friesischer Berg (Museumsberg 1, 24937 Flensburg) statt. An diesem Ort werden in verschiedenen Räumlichkeiten alle Konferenzvorträge gehalten.
Der vorrangig genutzte Raum ist die Aula im Hans-Christiansen-Haus. Die Aula ist barrierearm. Außerdem gibt es barrierefreie Toiletten und eine Rampe am Haupteingang.
Einige Vorträge werden im Multifunktionsraum im Heinrich-Sauermann-Haus stattfinden. Dieser ist leider nicht barrierearm und nur über eine Außentreppe zugänglich.
Des Weiteren wird es einen separaten Awareness-Raum eine Rückzugsmöglichkeit geben. Einige Rahmenprogrammpunkte werden im Kulturcafé „Tableau"( Kurze Straße 1, 24937 Flensburg) und in der Norder 147 stattfinden. Alle Räumlichkeiten sind in der Innenstadt und mit dem ÖPNV (ab der Bushaltestelle Museumsberg, zum ZOB) erreichbar.
Uns ist es trotz der vorhandenen Fehlstellen in Bezug auf Barrierearmut ein Anliegen unsere Konferenz so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen. Deshalb gilt hier insbesondere:
Falls ihr zum Thema Barrierefreiheit Fragen oder spezifische Anliegen habt, meldet euch gerne im Voraus unter moin@zukunftsgestalten-flensburg.de und wir versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten darauf einzugehen.
Auch wenn ihr vor Ort weitere Fragen habt oder Hilfestellung braucht, meldet euch gerne beim Awarenessteam (erkennbar an aufgeklebten A's).
Die Veranstaltungsorte sind ausgeschildert und gerne helfen wir dabei die konferenzrelevanten Räume zu finden.
Die Vortragsräume sind ohne Teppich und in der Aula befindet sich genügend Platz für Rollstuhlfahrende. Außerdem versuchen wir auf ausreichende Beleuchtung zu achten. Allerdings können wir keine Liveuntertitel oder Übersetzung in Gebärdensprache zu den Vorträgen anbieten, wir bitten dies zu entschuldigen.
Wir werden die Veranstaltungsräume kennzeichnen und die Toiletten mit all-gender-Schildern beschriften. Diese Toiletten können von allen Menschen genutzt werden.
Die Moderation wird die Diskussion nach dem Vortrag sowohl eröffnen als auch abschließen. Zunächst werden die Prüfenden der vortragenden Person Fragen stellen, bevor der Raum für alle Teilnehmenden geöffnet wird. Dabei bemühen wir uns, allen, die Fragen oder Beiträge zur Diskussion haben, einen fairen und ausgewogenen Redeanteil zu ermöglichen.
Getränke (Kaffee, Tee und Leitungswasser) stehen in der Pausenlounge bereit. Dort gibt es für den kleinen Hunger zwischendurch verschiedene Snacks zur Mittagszeit sowie Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Die Verpflegungsangebote finden sich in den Räumlichkeiten des Hans-Christiansen-Hauses. Alle Speisen sind vegan, außerdem sind Allergene angemessen beschildert. Außerhalb der Pausenlounge ist das Verzehren von Speisen und Getränken nicht gestattet.
Wir bitten darum, bei Erkältungs- und Krankheitssymptomen zu Hause zu bleiben. Auf diese Weise möchten wir sicherstellen, dass möglichst viele Menschen, auch Risikogruppen, an der Konferenz teilnehmen können.
Wir werden uns bemühen, diskriminierungssensibel zu kommunizieren. Uns ist bewusst, dass uns und anderen Beteiligten aufgrund historisch gewachsener Machtverhältnisse dennoch Fehler unterlaufen können. Dieses Awareness-Konzept soll uns als Veranstalter*innen und alle weiteren Akteur*innen jedoch bei der Umsetzung unterstützen, zu einer diskriminierungsarmen Konferenz beizutragen.
Als Veranstalter*innen tragen wir die Verantwortung, Vorfälle und Beschwerden in Absprache mit den betroffenen Personen zu kommunizieren und daraus Konsequenzen zu ziehen. Unser Awareness-Team, erkennbar an den aufgeklebten A's, steht den Betroffenen während der gesamten Veranstaltung für Unterstützung zur Verfügung (siehe Ansprechpartner*innen). Wir orientieren uns zudem an dem Konzept der Definitionsmacht, sprich nur die von Gewalt oder Diskriminierung betroffene Person kann definieren, welche Form von Gewalt oder Diskriminierung sie erlebt hat, und wählt die Begriffe, die das Geschehene für sie am besten beschreiben. Diese Definition akzeptieren wir uneingeschränkt und unterstützen die betroffene Person in ihrem weiteren Vorgehen. Bei Awarenessfällen gibt es die Möglichkeit, sich in einen geschützten Raum zurückzuziehen. Sprich die Awarenesspersonen gerne darauf an.
Unser Awareness-Team wird während aller Veranstaltungen (Vorträge sowie Rahmenprogramm) präsent und ansprechbar sein. Aufgrund der Länge der Konferenz und der unterschiedlichen Veranstaltungsorte wird das Team aus mehreren Personen bestehen, die an aufgeklebten A's erkennbar sind. Falls du dich unwohl fühlst, Diskriminierung erlebst oder beobachtest oder ein anderes Anliegen im Bereich Awareness hast, kannst du das Team jederzeit ansprechen. Dein Anliegen wird vertraulich und verantwortungsbewusst gehört und behandelt.
Diese Leitlinien sollen dazu beitragen, eine Atmosphäre des Respekts, der Sicherheit und des Wohlbefindens für alle zu schaffen.
Vielen Dank, dass du sie aktiv mitträgst!